Der Bundestag möge beschließen, dass innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren jegliche Nutztierhaltung artgerecht und bio erfolgen muss. Artgerechte Haltung bedeutet konkret: artgerechter/ausreichender Platz für jedes einzelne Tier, artgerechtes/natürliches Futter (ohne Antibiotikagabe), artgerechtes Miteinander ermöglichen, besonders bei der "Produktion" (Besamung, Geburt) und Aufzucht.
BegründungMittlerweile sind weltweit rund 65 Milliarden Tiere in Anlagen für Intensivtierhaltung zusammengepfercht. Diese Tiere werden unter ungesunden, unhygienischen und brutalen Bedingungen eingesperrt und gequält. Antibiotika werden verfüttert und gelangen in unser Trinkwasser.
Einige Fakten der Intensivtierhaltung:
-Die Massentierhaltung und damit verbundene Futterindustrie ist für 18 % aller von Menschen produzierten Treibhausgasemissionen verantwortlich ( mehr als die weltweite Transportindustrie)
- sie stellt 37 % des Methanausstoßes u. 65 % des Lachgasausstoßes (entsteht beim Versprühen der Pestizide für das genmanipulierte Futter) dar
- Pro Tonne ist das Methan, das von Massentierhaltungsanlagen ausgestoßen wird, 70 Mal schädigender für die Erdatmosphäre als Kohlendioxid
- Verschmutzung durch Lachgas ist ganze 200 Mal pro Tonne schädigender als Kohlendioxid
- Entwaldung u. Austrocknen von Feuchtgebieten
- Pestizide und Dünger schädigen die Umwelt zusätzlich.
- Trinkwasserverschmutzung durch Nitrat; in 37% der deutschen Vorkommen ist die Qualitätsnorm bereits überschritten.
- Pro 100 kcal des verfütterten Getreides bekommen wir aus der Massentierhaltung nur 30 kcal in Form von Fleisch, Milch oder Eiern zurück - ein Verlust von 70 %.
- Routinemäßige Fütterung von Antibiotika - Entwicklung multiresistenter Keime, die auf den Menschen überspringen können. Todesfälle durch multiresistente Keime: deutschlandweit 7000-15000 Menschen im Jahr
- Überproduktion an Fleisch, etwa die Hälfte unseres Fleisches wird zu Dumpingpreisen exportiert, z.T. in Entwicklungsländer, wo die Existenz heimischer Bauern bedroht wird
- vollautomatisierte Ställe - wenig Arbeitsplätze.
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Wir fordern ein Verbot der Massentierhaltung per Gesetz innerhalb von 5 Jahren. Alle Nutztiere müssen artgerecht gehalten werden, über die heutigen "Bio"-Standards hinaus. Das bedeutet u.a.:
- Artgerechte Haltung der Tiere (ausreichender Platz, Stall/Unterkunft auf das Tierwohl ausgelegt/ Schlachtung möglichst vor Ort, Transporte nur in geringstem Maße)
- Artgerechtes Miteinander und Interaktion der Tiere (Muttergebundene Kälberaufzucht würde den Umgang mit Milch verändern/Schweine würden bei Geburten nicht 5 Wochen in Kastenständen fixiert, wo sie von ihren Ferkeln getrennt sind/Zwangsbesamung u.ä. Praktiken anpassen)
- artgerechtes Futter, ohne vorbeugende Antibiotikagabe
- veterinärmedizinsche Versorgung kranker Tiere
Artgerechtes Miteinander der Tiere würde völlig andere Abläufe in Ställen erfordern und Arbeitsplätze schaffen.
Artgerecht produziertes Fleisch wäre weniger, aber qualitativ hochwertigeres Fleisch. Das Fleisch würde unter umweltfreundlichen und für Tiere wirklich lebenswerten Bedingungen hergestellt werden Es ist logischerweise teurer. Was den Verbraucher dazu bewegt, weniger Fleisch zu konsumieren. Dafür erhält er aber hochwertige, klimafreundlichere und gesündere Nahrung.
verwendetes Foto: http://energieinitiative.org/wie-massentierhaltung-zur-erderwaermung-beitraegt/
Weiterführende Informationenhttps://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/schweine-haltung/kastenstand
https://www.planet-wissen.de/natur/naturschutz/tierschutz/pwietierhaltungxxlwiefleischundwurstinmassenproduziertwerden100.html
https://www.peta.de/umwelt
http://energieinitiative.org/wie-massentierhaltung-zur-erderwaermung-beitraegt/
https://www.tagesschau.de/klima/hintergruende/klimalandwirtschaft100.html
https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung
[email protected] oder über diese Plattform
Kontaktiere mich gerne, wenn du dich offline zu diesem Vorschlag austauschen möchtest. Für mich wäre dies möglich in:Ich setze mich für eine zukunftsfähige Gesellschaft ein und freue mich über jeden, der an diesem Thema auch Interesse hat und sich einbringt.
"artgerechter/ausreichender Platz für jedes einzelne Tier" - heißt das jetzt Freiheit? Denn nur die ist "artgerecht". Alles andere ist nicht gerecht. Schon gar nicht, jemanden aus Trivialinteressen heraus zu töten. Ich würde vorschlagen, den Petitionstext zu überarbeiten, je nachdem, was Sie konkret fordern möchten.
Und soll mit Fleischimporten passieren? Wir haben ja einen größeren Markt, wenn die Massentierproduktion nur einfach ins Ausland verlagert wird, ist es auch nicht gerade optimal. Der Vorschlag sollte dieses Problem berücksichtigen. EU-weite Regelung? Wäre dann der Bundestag noch der richtige Adressat?
Hallo eberhard2020, wenn ich Dich richtig verstehe, sagt Dein Kommentar, dass wir mehr Fleisch eventuell brauchen und die Massentierhaltung dann ins Ausland verlegt wird, damit wir dieses Fleisch wieder einführen - richtig? Das ist eine interessante Frage und sollte berücksichtigt werden.
Fakt ist, dass momentan in deutschen Schweinemastanlagen mehr als 13 Millionen Schweine sterben:
https://utopia.de/schweine-fleisch-animal-rights-watch-13-millionen-84312/
https://www.ariwa.org/petition/
Eine ganze Industrie lebt davon, tote Tierkörper zu beseitigen.
Ich denke, wir haben hier wirklich Spielraum, noch dazu, wenn durch Aufklärungskampagnen die Verbraucher mit einbezogen werden und sich der Fleischkonsum verändert.
umweltschädigende Futtermittelimporte sind mit hohen Zöllen zu belegen. (Fischmehl, Soja...)
Hallo Wiebke,
ich hätte beinahe eine ähnliche Petition unter "Leben nach Corona" vorgeschlagen, denn auch wenn Corona ein Virus ist, das vermutlich auf einem Wildtiermarkt auf den Menschen übergesprungen ist, züchten wir in unseren Megaställen vielleicht eine ebenso große oder noch größere Gesundheitskrise heran - antibiotikaresistente Keime. Corona ist eine Warnung: Wir müssen allein schon um unserer eigenen Gesundheit willen vorsichtiger mit Tieren umgehen! Anbei noch als Ergänzung ein paar Argumente aus M.Kopatz' Buch "Ökoroutine":
1. Gründe für Abbau von Massenställen (neben den von dir genannten): antibiotikaresistente Keime; Belastung des Wassers durch Gülle (Nitrate); Dumpingpreisexport von deutschen Tiefkühlbilligfleisch in Entwicklungsländer (was 1. die einheimischen Bauern ruiniert, 2. die Gesundheit der Käufer gefährdet, v.a. falls dort die Stromversorgung = Kühlung nicht zuverlässig ist, 3. natürlich für den Transport Energie verbraucht). Oh ja, viele Arbeitsplätze werden durch Riesenställe nicht gesichert, weil diese sehr automatisiert sind. (Und viele Steuereinnahmen unterm Strich vllt auch nicht, da zumindest bis 2013 viele Subventionen in Ställe flossen).
Kopatz' Lösungsansatz: Innerhalb von ca 10 Jahren (=damit Betriebe Zeit für die Umstellung haben) schrittweise die Anforderungen für Lebensmittel auf heutigen "Bio"-standard anheben. Gesetze gibt es oft schon, müssen nur schrittweise verschärft + strenger kontrolliert werden. Die max. mögliche Anzahl Zuchttiere dürfte sich verringern + Kosten vermehren, aber dafür können Halter die Preise steigern. Wenn ALLE sich an die gleichen Standards halten müssen, kann keiner sich beklagen, dass der Konkurrent billiger anbietet :-)
Da "Bio" mehr Arbeit ist, würden mehr Arbeitsplätze entstehen. Kopatz vermutet auch, dass die Preise im neuen System zwar über den heutigen Dumpingpreisen, aber unter den heutigen Biopreisen liegen dürften, weil u.a. die aufwendige Biozertifizierung sich vereinfachen würde. Sozialleistungen für die Armen könnten an den (allmählichen) Preisanstieg angeglichen werden (passiert vermutlich automatisch, wenn der "Warenkorb" berechnet wird). Da vermutlich die Preise für Fleisch mehr steigen würden als für pflanzliche Lebensmittel, könnte das zusätzlich den Fleischkonsum verringern (was der Gesundheit zuträglich wäre, da der gemittelte Deutsche zuviel Fleisch isst). - Am besten wäre es natürlich, wenn die Nahrungsmittelstandards in der ganzen EU angehoben würden.
Was die Erträge betrifft: Laut Kopatz bringt auf kurze Sicht Bio ca 13-18% geringere Erträge als nicht-Bio (beim Anbau von diversen Pflanzen). Das könnte leicht ausgeglichen werden, wenn wir weniger Fleisch äßen. Auf lange Sicht bringt Bio vermutlich sogar höhere Erträge, da nicht-Bio oft der Bodenqualität schadet (und den Insekten...)
Liebe Claudia, ich finde Deine Kommentare großartig, sehr hilfreich und unterstützend. Leider kann ich Deine Anmerkungen nicht dazu nehmen, da ich nur 3000 Zeichen zur Verfügung habe, um den Inhalt der Petition zu erklären. Würdest du inhaltlich eine Anpassung vornehmen? Falls ja, schreib sie mir doch einfach, dann verändere ich die Petition morgen noch. Herzliche Grüße
ok ich versuch's morgen früh. vielleicht könnten wir bei deinem text ein paar der erklärungen z.b. über lachgas kürzen, und stattdessen einfach auf eine quelle verweisen. die bundestagsabgeordneten sollten wissen, was lachgas ist, oder es selber nachlesen :-)
Die Zielsetzung finde ich gut, aber die Petition ist völlig unkonkret, bzw. wird im "Wortlaut der Petition" überhaupt keine Forderung aufgestellt, sondern nur ein Problem beschrieben.
Meines Erachtens würde bereits ein Antibiotikaverbot vieles regeln, denn dann wären die meisten Bedingungen, unter denen die Tiere ungesund gehalten werden, bereits deshalb vermieden, weil die Tierhalter auf andere Weise eine Ausbreitung von Krankheiten vermeiden müssten - in Massenställen dürfte das schwieriger gelingen.
Hallo Joa, danke für den Hinweis. Ich überarbeite den Wortlaut der Petitin noch einmal. Im Grunde regelt allerdings der Begriff: "Artgerecht" alles, was damit zusammenhängt. Artgerecht bedeutet ausreichend Platz für jedes Tier, artgerechte Nahrung (die schließt die Antibiotikagabe per se von vornherein aus), artgerecht bedeutet mögliche Interaktion miteinenader usw. Eine artgerechte Haltung der Tiere ist etwas anderes, als nur auf "Bio" umzuschwenken, denn es gibt auch genug Massentierhaltungsställe in Bio. Die Tiere bekommen dann keine Antibiotika, müssen dann allerdings unter Krankheiten leiden und werden nicht behandelt. Das Futter ist zwar Bio in solchen Ställen, aber artgerecht gehalten werden die Tiere trotzdem nicht. Ich versuche die Erklärung noch mit reinzunehmen. Da die Zeichen aber auf 3000 begrenzt sind, habe ich vor allem versucht, erst einmal den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Massentierhaltung darzustellen.
Ich habe die Petition nochmal überarbeitet und "artgerecht" konkreter erklärt.
Sehr schön. Allerdings wird Frau BM Julia Klöckner möglicherweise andere Vorstellungen haben, was artgerecht ist.
Pflichtpetition und so so wichtig! :)
Danke, dass Du das auch so siehst.